Bewerbungsbegriffe mit N

Nachfragen

Klar möchte man so schnell wie möglich erfahren, ob die eigene Bewerbung den Weg in das Vorstellungsgespräch ermöglicht oder ob es eher eine Aussage wird. Dies ist verständlich und so überlegt man als Bewerber oftmals, ob ein Nachfragen sinnvoll ist, um sich Gewissheit zu verschaffen. Doch gerade beim Nachfragen sollten Sie im Bewerbungsprozess umsichtig agieren. Manche Bewerber fragen bereits nach ein paar Tagen in der Personalabteilung nach, ob die eigenen Bewerbungsunterlagen schon gesichtet worden sind und wann mit einer Antwort zu rechnen sei. Da fühlen sich bei mehreren nachfragenden Bewerbern die zuständigen Personaler schnell genervt und es ist nicht selten, dass zu frühe und zu forsche Nachfragen später mit einer Absage quittiert werden. Der Grund hierfür ist eigentlich klar. In der Personalabteilung gibt es administrative Prozesse, welche bei der Sichtung und Bearbeitung von Stellenanzeigen eingehalten werden müssen. Dies dauert – unter Umständen auch mehrere Wochen oder sogar Monate. Mit einem unangemessenem Nachfragen zeigen Sie nur, dass Sie hierfür kein Verständnis haben. Dies spricht nicht gerade für die eigenen Kompetenzen. Daher die klare Empfehlung: Fragen Sie nicht zu früh nach. Wenn Sie nach mehr als 4 Wochen nichts gehört haben, können Sie – am besten per E-Mail – kurz und freundlich bei der Personalabteilung nachfragen, wie der Bearbeitungsstand Ihrer Bewerbung ist. Manchmal ist es aber auch leider so, dass sich Arbeitgeber gar nicht mehr die Mühe machen, Absagen zu versenden. Dies ist nicht schön aber leider häufiger anzutreffen, als man denkt. Je länger Sie von einem Unternehmen nichts hören, umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie keine Einladung erhalten. In einigen Fällen wollen sich die Unternehmen auch noch Bewerber „warm halten“, falls die favorisierten wieder abspringen. Bewerben Sie sich am besten auf mehrere Stellen parallel. Es ist immer schlecht, wenn Sie sich als Bewerber zu sehr auf eine einzige Stelle fokussieren. So erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden!

Netto

„Was verdiene ich? Brutto oder Netto?“ Gerade bei Berufseinsteigern ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto unklar. Doch damit sollte man sich auskennen, um zu wissen, was der Arbeitgeber dann tatsächlich überweist. Mit dem Nettogehalt ist das Geld gemeint, was vom Bruttogehalt übrig bleibt, nachdem die Steuer, die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung ihren Anteil abgezogen haben. Wie viel am Ende bleibt, hängt auch von der familiären Situation ab, so zahlt man als Verheirateter weniger Steuern als ein Lediger. Da das Nettogehalt stark von den Lebensumständen und der Art der Krankenversicherung (GV oder PKV) abhängt, kann sich eine Gehaltsangabe im Rahmen einer Bewerbung auch nur auf das Bruttogehalt beziehen. Man nimmt immer das Jahresbruttogehalt und nicht das monatliche Bruttogehalt, wenn verhandelt und abgestimmt wird.

Networking

Networking war schon immer sehr wichtig, wenn es darum geht, die eigene Karriere zu fördern. Im Zeitalter der Sozialen Medien bieten sich ganz neue Möglichkeiten zum Networking und es schadet nicht davon im Zuge eines Bewerbungsvorhabens Gebrauch zu machen. Ein erfolgreiches Networking setzt gute soziale Fertigkeiten, also Social Skills, voraus. Sie müssen ein positives Bild von sich vermitteln und den Kontakt zu Ihrem Netzwerk ständig aufrechterhalten. Gerade Headhunter sind im Networking sehr gut und diese prüfen oftmals, ob sie Personen aus Ihrem Netzwerk abwerben können. Aber auch als Bewerber können Sie Ihre Bewerbungsabsicht im Netzwerk kundtun. Wichtig dabei ist, dass Ihr aktueller Arbeitgeber davon nichts erfährt. Vorsicht ist also geboten. Wenn Sie ein zielgerichtetes und wohlüberlegtes Networking betreiben, werden Sie langfristig mit Sicherheit davon profitieren.

Newplacement

Newplacement ist ein Prozess, welcher den Ausstieg aus einem Unternehmen vereinfachen soll. Insbesondere für langjährige Mitarbeiter kommt das Newplacement dann in Frage, wenn sich das Unternehmen von diesem trennen möchte. Es geht darum, dass der Arbeitnehmer nicht das Gefühl erhält, allein gelassen zu werden. Das Unternehmen bezahlt in der Regel die Newplacement-Maßnahme. Diese soll beim Bewerbungsprozess unterstützen und dem Gekündigten ein gutes Gefühl vermitteln. Kündigungen werden nämlich oftmals auch von den Arbeitskollegen oder Teammitgliedern verfolgt und können dort unter Umständen auch sehr negative Gefühle auslösen und sich als schädlich für die Motivation erweisen. Diese wollen Arbeitgeber selbstverständlich verhindern. Dies ist möglich, wenn Sie sich großzügig im Hinblick auch die Bereitstellung von Newplacement erweisen. Viele Angestellte, welche vom Newplacement in der Vergangenheit Gebrauch gemacht haben, sind oder waren in Führungspositionen.

Nichtbeschäftigung

Nichtbeschäftigung ist mehr oder weniger ein anderes Wort für Arbeitslosigkeit. Alternativ kann man auch „arbeitssuchend“ sagen. Dennoch empfiehlt es sich zu schauen, ob man Zeiten der Nichtbeschäftigung im Lebenslauf mit Ausbildungsvorhaben füllen kann. So hat man ggf. die Möglichkeit, ein anderes, besser klingendes Wort zu verwenden. Negatives gehört nicht in die Bewerbung! Ebenso ist es sinnvoll im Anschreiben nicht auf die Zeit der Nichtbeschäftigung einzugehen. Schreiben Sie immer aus einer positiven Perspektive heraus!

Noten

Gute Noten sind wichtig, das hat man von den Eltern gelernt oder in der Schule gehört. Das ist natürlich nicht falsch, denn wenn es um die „harten“ Fakten geht, sind Noten klare Indikatoren für erbrachte Leistungen in der Ausbildung, im Studium oder in der Weiterbildung. Doch Noten alleine reichen für einen gelungenen Bewerbungsprozess nicht aus. Ein Unternehmen sucht nach geeigneten Bewerbern, die sowohl leistungsfähig sind, als auch gut in das Unternehmen passen. Berufserfahrung ist für viele Stellen, insbesondere, wenn es um Managementstellen oder spezialisierte Aufgabenbereiche geht, viel wichtiger als Noten, die bereits 20 Jahre zurückliegen. Gehen Sie daher im Anschreiben am besten nicht zu sehr auf Noten ein, welche Sie vor zig Jahren erhalten haben. Die beruflichen Stationen und die von Ihnen gesammelte Erfahrung ist oftmals viel wichtiger. Neben dem Anschreiben müssen Sie diese im Lebenslauf auf tabellarische Weise zusammenfassen. Die Noten in Ihren letzen Arbeitszeugnissen oder Ihrem aktuellen Zwischenzeugnis sind hingegen viel interessanter für den zuständigen Personalbearbeiter. Denn dort werden in einer Art „Geheimsprache“ Ihre Leistungen aus Sicht des letzten oder aktuellen Arbeitgebers benotet. Hier sind gute Noten viel wichtiger!

Noten im Arbeitszeugnis

Die Noten im Arbeitszeugnis sind gerade im Hinblick auf Bewerbungen recht bedeutend. Mit einem Arbeitszeugnis erhalten Sie Noten für Ihre Arbeitsleistung. Diese Noten werden nicht einfach aufgelistet, sondern mittels entsprechender Formulierungen in einem Text umgesetzt. All diese Formulierungen klingen zunächst gut, können jedoch einen bitteren Beigeschmack haben, wenn man die wahre Note hinter einer Textpassage erfährt. Es handelt sich bei der Zeugnissprache um eine Art Geheimcode, welcher nicht sofort erkennbar ist und einiges an Erfahrung benötigt um ihn umfassend zu kennen. Im Wesentlichen kann ein Arbeitszeugnisse das ganze Spektrum an Noten zwischen 1 – 6 enthalten. Dabei werden unter anderem die Qualität Ihrer Arbeit, die Schnelligkeit der Auftragserfüllung, das Sozialverhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten sowie die Vertrauenswürdigkeit benotet. Werden gewisse Punkte ausgelassen bzw. fehlen manche Formulierungen im Arbeitszeugnis, so ist dies auch eine negative Aussage, welche Personaler schnell herauslesen können. Arbeitszeugnisse gehören als Bestandteil der Zeugnisanlage zu den erforderlichen Bewerbungsdokumenten. Nur bei der Initiativbewerbung können Sie auf diese Anlage verzichten – es handelt sich dann um eine Kurzbewerbung. Doch spätestens in einem Vorstellungsgespräch wird man Sie nach Ihren letzten Arbeitszeugnissen fragen und diese analysieren. Achten Sie auf die Noten in Ihrem Arbeitszeugnis!

Notenschnitt

Der Notenschnitt ist in vielen Bereichen wichtig. Ob nach der Schule, wenn es darum geht, einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen, oder wenn es um die Bewerbung für einen Einstieg ins Berufsleben geht. Ein guter Notenschnitt hat noch nie geschadet, doch oftmals wird dieser überschätzt. Viele Firmen suchen bestimmte Persönlichkeiten und nicht selten reicht eine Fachkompetenz alleine nicht aus, um die komplexen Aufgaben in der modernden Arbeitswelt gerecht zu werden. Die Soft Skills spielen in der Teamarbeit eine herausragende Rolle. Wenn Sie einen guten Notenschnitt erreichen können, sollten Sie dies im Hinblick auf zukünftige Bewerbungen tun, wenn nicht, ist mit Sicherheit noch nicht alles verloren. Viele Arbeitgeber suchen auch Allrounder, statt nur Fachexperten mit besten Fachkenntnissen und einem guten Notenschnitt. In der englischen Bewerbung spielen Notenschnitte oftmals eine geringere Rolle, als noch in Deutschland. Ein guter Notenschnitt „schützt“ auch nicht vor dem gefürchteten Assessment Center.

Numerus Clausus

Der Numerus Clausus ist auch unter der Abkürzung NC bekannt. Es handelt sich um Zulassungsbeschränkungen für bestimmte Studiengänge an Hochschulen. Manche Studiengänge sind so überlaufen, dass die Kapazitäten der Hochschule nicht ausreichen, um alle Interessenten aufnehmen zu können. Dann entscheidet die Leistung darüber, ob man zugelassen wird oder nicht. Mit einer entsprechenden Note kann man sofort mit dem Studium, ansonsten gibt es noch Eignungsfeststellungen, Wartesemester, Auswahlgespräche und andere Hürden.